Über EFT

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Was sind die Emotional Freedom Techniques (EFT)?

Kennen Sie den Dreiklang „Körper, Geist und Seele“? Mit dem Körper (Sport, Wellness etc.) beschäftigen sich viele, wenn auch nicht immer in ausreichendem Maß. Den Geist beschäftigen wir fortwährend. Das ist auch der Teil, der für den Beruf bei den meisten Menschen in erster Linie gebraucht wird. Und was ist mit der Seele? Die meisten Menschen beschäftigen sich nicht oder nicht wirklich mit diesem Teil. Zu einem gesunden und glücklichen Leben gehört aber ein ausgeglichener Dreiklang der Ebenen Körper, Geist und Seele.

Was unterscheidet überhaupt Geist und Seele? Während der Geist der klare Denker ist und die kognitive Seite abdeckt, hat die Seele viel mit Emotionen zu tun – und zwar mit neuen und mit alten. Emotionen und Erinnerungen an frühere Emotionen (auch genannt: emotionale Erfahrung) beeinflussen unbewusst vieles, was auf der geistlichen und körperlichen Ebene passiert.

Wie funktioniert EFT?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, sich Zugang zur Seele zu verschaffen und dadurch ein positives Gleichgewicht herzustellen. Die Emotional Freedom Techniques (EFT), die Technik zur emotionalen Befreiung, wurde von Gary Craig erfunden und von Robert & Gabriele Rother kreativ weiterentwickelt. Durch sie können nicht nur negative Emotionen aufgelöst werden, sondern auch der Einfluss negativer Emotionen auf unser Handeln und Tun. Gerade in Phasen geistiger Anstrengung, neuer Erfahrungen und Herausforderungen ist es wichtig, sich nicht von alten Mustern und Erfahrungen auf emotionaler Ebene hemmen zu lassen. Hier kann Ihnen EFT helfen.

Wie die eingeübten Pfade negativer Emotionen gestört werden können, verdeutlicht folgendes Beispiel. Ist es Ihnen schon einmal passiert, dass Sie in einer hitzigen Diskussion, in einem Streit oder einer emotional belastenden Phase plötzlich unterbrochen wurden? Irgendjemand kam zur Tür herein und hat die Situation gestört. Haben Sie dann auch festgestellt, dass die starken Emotionen Ärger und Wut reduziert und gar nicht mehr so negativ waren? Bei Kleinkindern, die sich stark in negative Emotionen hineingesteigert haben, gibt es einen ganz einfachen Trick. Wenn man dem Kind ganz leicht ins Gesicht pustet, schnappt es nach Luft. Allein durch diese Störung wird die starke emotionale Reaktion für einen kurzen Moment unterbrochen und es geht anschließend deutlich ruhiger weiter. Bei Erwachsenen im Streit kann man als Nichtbeteiligter intervenieren und sich etwa freundlich mit seinem Namen und einem Handschlag vorstellen. Die Erwachsenen sind durch diese Störung so überrascht, dass sich die Emotionen schnell legen.

Mit EFT nutzt man in ähnlicher Form diese Mechanismen. In unserem Körper gibt es die sogenannten Meridiane. Das sind Energiebahnen, die auch in der traditionellen chinesischen Medizin verwendet werden. Meridiane verlaufen in Bahnen durch unseren Körper und haben Endpunkte. Es gibt Meridiane, die im emotionalen Zentrum im Gehirn enden und ihren anderen Endpunkt an verschiedenen Stellen im Körper haben. Wenn man die Endpunkte am Körper stimuliert, kann man Impulse direkt an das Emotionale Zentrum im Gehirn senden. Da das Emotionale Zentrum im Lymbischen-Gehirn Gefühle und Emotionen speichert – ähnlich wie das geistige Zentrum Bilder, Texte und Zusammenhänge speichern kann – kann man folglich Einfluss auf Emotionen nehmen.

Lernt man etwas Neues, so wird im Gehirn das Neue gespeichert und gegebenenfalls wird eine ähnliche, bereits vorhandene Erfahrung, ersetzt. Das funktioniert ähnlich bei geistigen wie bei emotionalen Erfahrungen. Dazu wird zunächst eine vorhandene Erfahrung „gelöscht“ um durch die neue oder aktualisierte Erfahrung ersetzt und neu „gespeichert“ zu werden.

Man hat herausgefunden, dass dieser Vorgang durch gezielte Störungen beeinflusst werden kann. So können negative Emotionen und die Erinnerung daran aufgelöst werden. Der Schlüssel zu dieser Möglichkeit besteht aus zwei Teilen. Zunächst muss man sich mit der Emotion (gefühlsmäßig) verbinden. Der zweite Teil ist das Erzeugen der Störung.

Klopfanleitung

Im Folgenden wird zunächst das Erzeugen der Störung mit Hilfe von Klopfakupressur, dem Beklopfen der Meridianpunkte, beschrieben. In den nächsten Abschnitten folgt dann eine Hilfestellung wie man sich in die Emotion versetzt, die man auflösen will. Diese Klopftechnik wird mittlerweile von vielen Coaches, Therapeuten und Selbstanwendern mit erstaunlichen, unmittelbaren Resultaten erfolgreich angewendet.

Der Leitsatz lautet:

Verbinde Dich mit Deinem Gefühl und klopfe!

Meridiane können durch leichtes Klopfen mit der Handkante oder den Fingern auf ihre Endpunkte angeregt werden. In der Akkupunktur werden diese Meridianpunkt durch feine Nadeln stimuliert. Es ist aber auch möglich – und viel flexibler – die Punkte selbst durch Beklopfen auf die entsprechende Stelle anzuregen.

Dabei klopft man ungefähr so stark und so schnell auf seinen Körper wie man an eine Tür klopfen würde. Klopfen Sie auf jeden Punkt etwa fünf bis zehn Mal und gehen danach gleich zum nächsten Punkt über.

Folgende Kopfpunkte haben sich als besonders geeignet herausgestellt:

An der Handkante (HK): Wenn Sie die Handinnenfläche der linken Hand betrachten sehen sie eine Linie, die nach rechts läuft und unterhalb des kleinen Fingers an der rechten Seite der Handinnenfläche endet. Der Kopfpunkt befindet sich am fleischigen Teil der Handkante, dort wo der kleine Finger in die Handkante übergeht. Klopfen Sie mit der flachen Hand der rechten Hand auf diese Stelle.

Am Auge innen (AI): Betrachten Sie Ihr Gesicht im Spiegel. Der nächste Klopfpunkt liegt am Ende der Augenbraue innen, dort wo die Nasenwurzel anfängt. Klopfen Sie mit der Fingerkuppe eines Fingers.

Am Auge außen (AA): Ein weiterer Punkt ist am äußeren Ende der Augenhöhle, dort wo die Lachfältchen zu finden sind. Bitte nicht auf der Schläfe klopfen!

Unter dem Auge (UA): Der nächste Kopfpunkt ist etwas schwieriger zu finden. Fühlen Sie leicht mit dem Finger auf dem unteren Knochen der Augenhöhle unter ihrer Pupille. Dort befindet sich eine kleine Einkerbung oben auf der Knochenkante. Der Klopfpunkt befindet sich an dieser Stelle. Klopfen Sie mit der Fingerkuppe von vorne ganz leicht auf den Knochen.

Unter der Nase (UN): Der Klopfpunkt liegt genau unter der Nase auf dem oberen Teil der Oberlippe.

Kinnpunkt (KP): Der Kinnpunkt liegt unterhalb der Unterlippe in der Kinnfalte.

Am Schlüsselbein (SB): Der Schlüsselbeinpunkt ist etwas schwieriger zu finden. Man ertastet das Schlüsselbein jeweils neben der Halsgrube.  Dort tasten Sie jeweils einen hervorstehenden Knochen. Unter diesen Knochen befindet sich eine Kuhle (Spalt zur ersten Rippe). Die beiden Schlüsselbeinpunkte liegen in diesem Spalt unterhalb der hervorstehenden Knochen und jeweils etwa 2 cm neben der Halsgrube. Sie sind etwas komplizierter zu finden, aber sobald man die Stelle einmal ertastet hat, findet man sie schnell wieder. Man kann diese beiden Punkte auch gleichzeitig klopfen. Am besten geht das mit dem Daumen und gespreizten Mittelfinger einer Hand.

Unter dem Arm (UA): Der nächste Punkt ist wieder leicht auszumachen. Man klopft mit der flachen Hand eine Handbreit unterhalb der Achselhöhle auf Höhe der Brustwarze. Halten Sie den Arm dabei leicht vom Körper ab.

Am Handgelenk (HG): An der Innenseite des Handgelenks befinden sich drei Klopfpunkte, die man gleichzeitig klopfen kann. Diese liegen quer über dem Handgelenk etwa 1 cm unterhalb des Handballens. In etwa der Verlauf eines Uhrarmbands. Diese klopft man mit der flachen Hand.

Der Kopfpunkt (KP): Der Kopfpunkt befindet sich auf der höchsten Stelle des Kopfes, etwa dort wo der Haarwirbel sitzt. Hier kann man bei glattem Haar mit der Handfläche klopfen oder bei dichtem Haar mit zu einer Harke gekrümmten Fingern.
Die meisten Klopfpunkte liegen symmetrisch auf beiden Körperhälften. Sie können auf der rechten oder der linken Körperhälfte klopfen oder auch zwischendurch wechseln.

Eine Runde umfasst alle Klopfpunkte. Klopfen Sie also alle Punkte einmal durch. Jeder Punkt wird dabei fünf bis zehn Mal beklopft. Atmen Sie danach einmal tief aus und beginnen Sie eine neue Runde. Es lohnt sich, drei bis fünf  Runden für jedes Thema zu durchlaufen.

Haben Sie keine Angst, die Punkte nicht richtig zu treffen, wichtig ist Ihre Intention. Es funktioniert auch so!

Mit dem Gefühl verbinden

Nachdem Sie nun alle Klopfpunkte gefunden haben, kommt der etwas schwierigere Teil: das gefühlsmäßige Verbinden mit der Emotion. Das Bestätigen bzw. Aktualisieren der gespeicherten Emotion soll ja gezielt gestört werden, damit sie sich auflösen kann, um an dieser Stelle eine positive Emotion zu speichern.

Am einfachsten ist es, in einer Akutsituation zu klopfen. Dann wird eine negative Emotion gar nicht erst traumatisch gespeichert. Bei einem Autounfall oder Lampenfieber mag das noch gehen, in einer Prüfung oder während eines Vortrags werden Sie nicht vor Publikum anfangen wollen, zu klopfen. Hier reicht schon das (harmlose) Kneifen der Handkante am Kleinfinger-Grundgelenk.

Um einer kritischen Situation vorzubeugen, gönnen Sie sich immer mal wieder eine ruhige Stunde („Session“) allein oder bei mir, um an einem Thema zu arbeiten. Natürlich benötigen Sie eine gewisse Zeit, bis EFT wirkt und zunächst klingt alles sehr theoretisch und etwas befremdlich. Sie werden aber feststellen, dass Sie von kleineren Problemen immer weiter zum Kern durchdringen können, als würde Sie eine Zwiebel Schicht für Schicht abtragen. Dabei sollte man immer sensibel für Dinge sein, die während des Klopfens „hochkommen“. Das Unterbewusstsein wird Sie schon zu den wichtigen Themen lenken. Nehmen Sie diese Zeichen einfach auf und klopfen Sie weiter.

Um in ein Thema zu bearbeiten, sollten Sie sich in eine Situation hineinversetzen, in der Sie die negative Emotion zuletzt erlebt haben – etwa eine Prüfungssituation oder das Halten eines Vortrags. Was für ein Gefühl hatte ich damals? Flaues Gefühlt in der Magengegend? Weiche Knie? Herzrasen? Zittern? Schweißnasse Hände? War es Versagensangst, Machlosigkeit, fehlender Mut? Während man sich in diese Gefühlswelt begibt, sollte man bereits klopfen. Und dann unbedingt so lange weiter klopfen, bis Sie das Gefühl haben, einen angenehmen Zustand erreicht haben und Erleichterung verspüren. Auf diese Weise kann man tiefliegende negative Emotionen aufzulösen.

Es gibt Beispiele, in denen EFT in wenigen Minuten Blockaden gelöst hat, die über Jahre bestanden. Bei den meisten Menschen ist es jedoch ein Prozess, der etwas Zeit benötigt.

Eine Möglichkeit, sich in die richtige Emotion zu bringen, ist es laut darüber zu sprechen und gleichzeitig die Punkte zu beklopfen.

aus dem Buch „Die Abschlussarbeit im Unternehmen schreiben“, Olaf Schmidt, Verlag UVK Lucius

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